Darmkrebs

Krebs keine Chance geben

REDUZIEREN SIE IHR KREBSRISIKO


DICKDARMKREBS

Einleitung

Dickdarmkrebs - im medizinischen Bereich auch als Kolorektumkrebs bezeichnet - ist die in Deutschland am zweit häufigsten auftretende Krebsart. Vielfach besteht die Meinung, dass das Risiko, an Krebs zu erkranken, hauptsächlich eine Frage der genetischen Disposition ist.
Dies gilt aber tatsächlich nur für weniger als 40% aller Krebserkrankungen,und Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass unsere Lebensweise eine viel wichtigere Rolle bei der Entstehung von Krebs spielt.
Untersuchungen haben ergeben, dass Dickdarmkrebs von allen bekannten Krebserkrankungen diejenige ist, deren Auftreten durch unsere Ernährung und unsere Lebensweise am ehesten positiv beeinflusst werden kann. Das bedeutet, dass wir selbst erheblich dazu beitragen können, unser Dickdarmkrebsrisiko zu verringern.

Was ist Krebs?

Der Begriff Krebs umfasst mehr als 200 Krankheiten, die verschiedene Körperbereiche und Organebefallen können. Vereinfacht kann man sagen, dass Krebs eine Krankheit der Zellen ist .Jede Krebserkrankung beginnt damit, dass die genetischen Informationen (DNA) einer einzelnen Zelle auf irgendeine Weise beschädigt werden und die Zelle dazu veranlassen, sich mit unkontrollierter Geschwindigkeit zu vermehren. Aus der so entstehenden Zellmasse bildet sich eine Schwellung oder eine Geschwulst, die als "Tumor" bezeichnet wird. Dieser Tumor kann weiter wachsen und angrenzendes gesundes Gewebe oder benachbarte Organe beschädigen.
Zudem können sich Krebszellen aus dem Tumor lösen und sich über die Blutbahnen oder das Lymphsystem auf andere Teile des Körpers ausbreiten. Dieser Prozess wird als Tochtergeschwulstbildung oder Metastasierung bezeichnet.

Wie entsteht Krebs?

Die Krebsentstehung ist ein komplexer biologischer Prozess, über den wir noch immer nicht alles wissen. Aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen haben wir jedoch zunehmend Anhaltspunkte dafür, welche Faktoren an der Krebsentstehung beteiligt sind. So können Hormone, das Immunsystem und Veränderungen am Erbmaterial einer Zelle bei der Krebsentstehung eine Rolle spielen.
Wir wissen inzwischen aber auch, dass Umweltfaktoren – insbesondere unsere Lebensweise – in den allermeisten Fällen einen noch größeren Einfluss auf die Entstehung von Krebs haben.
Zu den Umweltfaktoren gehören die Belastung durch so genannte „Toxine", wie z. B.Tabak und Alkohol, eine ungesunde Ernährung, Infektionserreger, wie Bakterien und Viren, chemische Wirkstoffe und verschiedene Arten von Strahlung. Alle diese Faktoren können krebserregend sein, d. h. sie sind in der Lage, die Programmierung der Körperzellen zu beschädigen und fördern so die Entstehung von Krebs.
Einige Aspekte unserer alltäglichen Lebensweise fördern den Krebsprozess, während andere eine Schutzfunktion übernehmen können. Zu den Faktoren unserer Lebensweise, die sehr wahrscheinlich für eine Erhöhung unseres Krebsrisikos verantwortlich sind, gehören Alkohol und Rauchen. Hingegen können eine gesunde Ernährung, ausreichend körperliche Bewegung und ein gesundes Körpergewicht vor dem Auftreten von Krebs schützen.

Was ist Dickdarm - bzw. Kolorektumkrebs ?

Mit dem Begriff Kolorektum wird das untere Ende des Verdauungssystems bezeichnet, das aus dem Dickdarm und dem Mastdarm besteht. Diese Organe absorbieren Wasser und Nährstoffe aus den Nahrungsmitteln, die wir essen, und dienen darüber hinaus als Speicherbehälter für Kot, bevor dieser den Körper verlässt. An beiden genannten Darmabschnitten kann Krebs entstehen. Diese unter der Bezeichnung Dickdarm- und Mastdarmkrebs bekannten Krebsarten werden üblicherweise gemeinsam betrachtet, da sie oft einen ähnlichen Verlauf nehmen und für beide dieselben Risikofaktoren gelten.
Dickdarmkrebs ist ein bösartiger (d. h. zur weiteren Verbreitung fähiger) Tumor, der an den Innenwänden des Dickdarms oder des Mastdarms wächst. Dieser Prozess zieht sich manchmal über viele Jahre hin und beginnt mit einer kleinen Geschwulst, die als Polyp bezeichnet wird. Nicht alle Polypen entwickeln sich zu bösartigen Tumoren, aber derartige Geschwülste sollten bei ihrer Entdeckung vorsichtshalber entfernt werden.

Wer ist besonders vom Risiko des Dickdarmkrebses betroffen ?

Die genauen Ursachen für die Entwicklung von Dickdarmkrebs sind noch nicht bekannt. Wir wissen jedoch, dass einige Gruppen ein besonders hohes Risiko haben:
• Alle, die älter als 50 Jahre alt sind
• Menschen, die zur Entwicklung von Polypen neigen oder an einer chronischen Darmentzündung leiden
• Menschen, die sich ungesund ernähren, d. h. sehr fetthaltige Lebensmittel und viel Fleisch, aber wenig Gemüse und Ballaststoffe essen
• Raucher
• Menschen, in deren Familie bereits Fälle von Dickdarmkrebs aufgetrcten sind (insbesondere, wenn die betroffenen Familienangehörigen unter 45 Jahre alt waren).
Nicht jeder, der zu einer der obigen Gruppen zählt, wird an Dickdarmkrebs erkranken, aber es besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass dieser auftreten wird.

So können Sie Dickdarmkrebs vorbeugen

Noch bis vor kurzem war vielen Menschen nicht bekannt, dass sowohl unsere Ernährung als auch unsere Lebensweise eine wesentliche Rolle bei der Vorbeugung von Krebserkrankungen spielen können. Dank wissenschaftlicher Untersuchungen wissen wir heute, dass viele Krebserkrankungen direkt mit unserer Ernährungsweise zusammenhängen. Tatsächlich können Krebserkrankunsen des Dickdarms am ehesten von allen Krebserkrankungen durch eine gesunde Ernährung und eine ausgewogene Lebensweise verhindert werden. Wissenschaftler gehen davon aus, dass 66% bis 75% aller Dickdarmkrebserkrankungen vermieden werden könnten, wenn wir die Ernährungs- und Gesundheitsempfehlungen des Weltkrebsforschungsfonds befolgten.

Bewusste Entscheidungen für die Gesundheit von Dickdarm und Mastdarm

Es konnte stichhaltig nachgewiesen werden, dass eine an Gemüse und Obst reiche Ernährungsweise das Risiko von Dickdarmkrebs verringert. Man geht davon aus, dass diese Nahrungsmittel die Bildung von Polypen an den Innenwänden des Dick- und Mastdarms verhindern. Einige Gemüse- und Obstarten weisen zudem einen hohen Gehalt an Karotinoiden auf, einer Gruppe aus roten und gelben Pigmenten, die die Vorbeugung von Dickdarmkrebs wirksam unterstützen (solche Karotinoide sind z. B. in Karotten, Spinat, Tomaten, Melonen und Aprikosen zu finden). Es ist jedoch nicht bekannt, ob die Karotinoide selbst vor Krebs schützen oder ob es andere in diesen Gemüse- und Obstsorten enthaltene sekundäre Pflanzenbestandteile (sogenannte phytochemische Stoffe) sind, die gemeinsam zum Schutz unserer Gesundheit beitragen.
Neben Gemüse und Obst gelten auch andere pflanzliche Nahrungsmittel - insbesondere unverarbeitete und ,,vollwertige" Nahrungsmittel, wie Kartoffeln, brauner Reis, Bohnen, Vollkornbrot und Getreide - als krebshemmend. Aufgrund ihres hohen Ballaststoffgehalts bewegen sich diese Nahrungsmittel relativ schnell durch den Darm und reduzieren so die Zeit, in der krebserregende Substanzen in Kontakt mit dem Darm kommen können. Möglicherweise tragen Ballaststoffe darüber hinaus dazu bei, die Entwicklung krebsfordernder Wirkstoffe im Darm zu verhindern.
Die Befürchtung, dass der erhöhte Konsum von Ballaststoffen zu Unwohlsein und Blähungen führen könnte, ist unbegründet, solange die Umstellung auf mehr Ballaststoffe allmählich erfolgt, und die Flüssigkeitszufuhr auf mindestens acht Gläser Wasser pro Tag erhöht wird.
Wissenschaftler sind sich einig, dass tägliche körperliche Bewegung der stärkste und in epidemiologischen Studien am deutlichsten identifizierte Faktor zur Senkung des Dickdarmkrebsrisikos ist. Die Beibehaltung eines gesunden Körpergewichts kann eventuell ebenfalls das Krebsrisiko verringern.

Die Einschränkung bestimmter Nahrungsmittel:

Die im folgenden genannten Nahrungsmittel werden mit der Entstehung von Dickdarmkrebs in Verbindung gebracht. Deshalb sollte ihr Verzehr entsprechend eingeschränkt werden:
- Schweine-, Rind- und Lammfleisch - insbesondere fetthaltiges Fleisch und verarbeitetes Fleisch (wie z. B. Hamburger, Würstchen oder Fertigmahlzeiten) sowie angebranntes oder verkohltes Fleisch
- Fett - insbesondere gesättigte Fette (die in Fleisch, Milchprodukten und vielen verarbeiteten Lebensmitteln vorkommen);
- raffinierte Zucker, die z. B. in Erfrichungsgetränken, Süßigkeiten, Kuchen und Keksen enthalten sind, sowie der übermäßige Genuss jeder Art von Alkohol.

Wie erkennt man Dickdarmkrebs ?

Zu den häufigsten Symptomen von Dickdarmkrebs gehören:
» jegliche anhaltende Veränderungen der Darmtätigkeit,einschließlich Durchfall oder Verstopfung; insbesondere in Kombination mit Blutungen aus dem Darm
» anhaltende Bauchschmerzen
» Schwellungen oder Verstopfungs- bzw. Verschlußsymptome im Unterleib
» unerklärlicher, anhaltend blutiger Stuhlgang
» unerklärliche Blutarmut oder nicht nachvollziehbarer Gewichtsverlust
» unerklärliche starke Müdigkeit
» unerklärliches Erbrechen.
Die oben genannten Symptome können jedoch auch auf andere, weniger ernsthafte Erkrankungen zurückzuführen sein. So treten einzelne dieser Symptome auch bei empfindlichem Darm sowie bei entzündlichen Erkrankungen des Darms oder Hämorrhoiden (Hämorrhoidalknoten) auf. Wichtig ist dabei jedoch immer, dass Sie solche Symptome nicht ignorieren.
Suchen , Sie sofort Ihren Arzt auf auch, wenn es sich nur um eine Vorsichtsmaßnahme handelt. Halten derartige Symptome länger an, ohne vollständig zu verschwinden, sollten Sie sich unabhängig von Ihrem Alter gründlich untersuchen lassen. Es sollte eine komplette medizinische Untersuchung sowie bei Bedarf schnellstmöglich weiter Tests.
Nur so kann Dickdarmkrebs sicher ausgeschlossen werden.

Vorsorgeuntersuchungen

Eine Krebserkrankung des Dickdarms kann jedoch auch vorliegen, wenn keine deutlichen Symptome festzustellensind. Sollten Sie also einer Risikogruppe angehören (z. B. weil bereits ein Familienangehöriger von dieser Krebsart betroffen war), sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt sprechen, der Sie möglicherweise zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen überweist (die alle drei bis fünf Jahre durchgeführt werden können).
Denken Sie immer daran, dass Sie selbst in Bezug auf Ihre Gesundheit eine aktive Rolle spielen und deshalb Ihrem Arzt konkrete Fragen stellen sollten, wie z. B.: „In welchem Alter sollte ich meine erste Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen?" oder „Wie oft sollte ich eine solche Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen?"
Die besten Heilungschancen bestehen, wenn eine Krebserkrankung so früh wie möglich erkannt wird.

Die Diagnose von Dickdarmkrebs

Nach einer ersten Untersuchung des Darms durch Ihren Arzt wird dieser möglicherweise eine Reihe weiterer Tests vorschlagen, um die Möglichkeit einer Erkrankung des Dickdarms auszuschließen:
»Test auf Blut im Stuhl (Haemoccult-Stuhltest) - Labortest zur Feststellung verborgener Blutspuren in Stuhlproben als Hinweis auf Krebserkrankungcn.
»Enddarmspiegelung (Sigmoidoskopie) – einfache Untersuchung des Darms mit Hilfe eines kurzen, schmalen Instruments. Dabei achtet der Facharzt auf Veränderungen der inneren Auskleidung des Darms.
» Große Darmspiegelung (totale Kolonoskopie) – ähnliche Technik wie bei der Enddarmspiegelung, wobei aber der gesamte Dickdarm untersucht wird.
»Entfernung von kleinen Geschwülsten (Polypenexzision) – ein Verfahren, bei dem während einer Enddarm- oder einer großen Darmspiegelung Polypen (Geschwülste) entfernt werden.
Gewebeprobe (Biopsie) -dabei wird während einer Enddarm- oder einer großen Darmspiegelung ein kleines Stück Darmgewebe zur Analyse entnommen.
»Röntgenuntersuchung des Darms (Barium Enema) – eine spezielle Darmuntersuchung.

Behandlung von Dickdarmkrebs

Die Früherkennung dieser Krebserkrankung erhöht die Chancen einer erfolgreichen Behandlung.
Sollten Sie also die Befürchtung haben, an Dickdarmkrebs erkrankt zu sein, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.Mit anderen Worten: Seien Sie sich aller ungewöhnlichen Veränderungen Ihrer Darmtätigkeiten bewusst.Es ist beruhigend zu wissen, dass die Heilungschancen bei einer frühzeitigen Behandlung dieser Krebserkrankung und wenn noch keine Metastasen aufgetreten sind, sehr vielversprechend sind.
Diese Chancen verringern sich jedoch erheblich, wenn der Krebs erst zu einem späteren Zeitpunkt entdeckt wird. Die Behandlung von Dickdarmkrebs ist weitgehend von der Größe, der Lage und dem Ausmaß des Tumors sowie von dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten abhängig (ein weiterer Grund, sich gesund zu ernähren und angemessen zu leben).
Zur Behandlung von Dickdarmkrebs werden normalerweise drei verschiedene Behandlungsmethoden eingesetzt:
chirurgischer Eingriff, Strahlentherapie und Chemotherapie.
»Chirurgische Eingriffe sind die übliche Behandlungsmethode für alle Stadien des Dickdarmkrebses. Ein Teil der Krebsfälle kann mit dieser Methode erfolgreich behandelt werden.
»Die Chemotherapie setzt Medikamente ein, mit denen möglicherweise verbleibende Krebszellen getötet werden sollen.
»Die Strahlentherapie versucht mit Hilfe von Röntgenstrahlen, die Tumore vor einem chirurgischen Eingriff zu schrumpfen. Zum Teil wird die Strahlentherapie auch eingesetzt, wenn ein chirugischer Eingriff nicht möglich ist.

So verringern Sie Ihr Darmkrebsrisiko

» Essen Sie reichlich Gemüse und Obst. Essen Sie täglich mindestens fünf Portionen verschiedener Gemüse- und Obstsorten.
»Sorgen Sie für ausreichend körperliche Bewegung.Streben Sie an, sich pro Tag mindestens eine Stunde lang körperlich zu bewegen und mindestens eine Stunde pro Woche eine intensive körperliche Tätigkeit auszuüben.
»Trinken Sie Alkohol nur in Maßen - wenn überhaupt.Männer sollten ihren Alkoholkonsum auf maximal zwei alkoholische Getränke pro Tag beschränken, Frauen auf ein alkoholisches Getränk pro Tag.
»Wählen Sie Lebensmittel mit einem niedrigen Fettgehalt. Wählen Sie fettarme Nahrungsmittel und Getränke. Reduzieren Sie den Verzehr von Schweine-, Rind-und Lammfleisch sowie von Kuchen und Gebäck.
»Wählen Sie eine Ernährung, die reich an einer Vielfalt von pflanzlichen Nahrungsmitteln ist. Essen Sie stärkehaltige oder proteinhaltige pflanzliche Nahrungsmittel und wählen Sie - wenn möglich -Vollkornprodukte.
»Achten Sie auf ein gesundes Gewicht. Sorgen Sie das ganze Leben lang für die Beibehaltung eines gesunden Körpergewichts.
»Achten Sie auf eine schonende Zubereitung von Lebensmitteln. Lassen Sie Ihr Essen nicht anbrennen. Vermeiden Sie grundsätzlich den Verzehr angebrannter oder verkohlter Lebensmittel.
» Rauchen Sie nicht und vermeiden Sie jeglichen Tabakkonsum.